Ein Blick ins Fahrradgeschäft und schon beginnt das Rätsel: 12 Zoll, 16 Zoll, 20 Zoll oder doch schon 24 Zoll? Für viele Eltern wirken diese Angaben zunächst komplizierter, als sie eigentlich sind.
Die gute Nachricht: Die richtige Kinderfahrradgröße lässt sich mit ein paar einfachen Schritten gut eingrenzen. Entscheidend sind vor allem die Körpergröße, die Schrittlänge und die Frage, ob sich dein Kind auf dem Fahrrad sicher fühlt. Das Alter kann helfen, ist aber immer nur ein grober Richtwert.
Was bedeutet die Zollangabe beim Kinderfahrrad?
Die Zollangabe beschreibt bei einem Kinderfahrrad den Durchmesser der Räder. Ein 16 Zoll Fahrrad hat also größere Räder als ein 12 Zoll Modell.
Ein Zoll entspricht 2,54 Zentimetern. Ein 16 Zoll Rad hat damit rechnerisch einen Durchmesser von rund 40,6 Zentimetern, ein 20 Zoll Rad rund 50,8 Zentimeter und ein 24 Zoll Rad rund 61 Zentimeter.
Wichtig: Diese Umrechnung erklärt lediglich die Größenbezeichnung. Welche Fahrradgröße dein Kind tatsächlich braucht, lässt sich daraus nicht berechnen. Denn die Zollzahl verrät nicht, wie hoch der Rahmen ist, wie weit sich der Sattel absenken lässt oder ob das Fahrrad zu den Proportionen deines Kindes passt.
Warum gibt es Zwischengrößen wie 14 oder 18 Zoll?
Nicht jedes Kind wechselt direkt von 12 auf 16 Zoll oder von 16 auf 20 Zoll. Zwischengrößen wie 14 oder 18 Zoll können die Lücke zwischen zwei gängigen Fahrradgrößen schließen, wenn die nächste Größe noch nicht richtig passt.
So misst du die richtige Kinderfahrradgröße zu Hause
Für die Messung brauchst du nur ein dickes Buch, ein Maßband und ein paar Minuten Zeit.
- Dein Kind stellt sich barfuß und möglichst gerade hin.
- Schiebe ein dickes Buch zwischen die Beine und vorsichtig nach oben, ähnlich wie einen Fahrradsattel.
- Miss anschließend vom Boden bis zur Oberkante des Buches.
Woran erkenne ich, dass das Fahrrad wirklich passt?
Gerade bei Fahranfängern sollte dein Kind sicher auf und absteigen können und sich beim Anhalten problemlos abstützen. Auch Lenker und Bremsen müssen gut erreichbar sein.
Drei Dinge helfen bei der Einschätzung:
Beide Fußballen erreichen sicher den Boden.
Besonders beim Fahrradfahrenlernen gibt das Sicherheit beim Anhalten und Absteigen.
Die Arme bleiben leicht angewinkelt.
Muss sich dein Kind weit nach vorne strecken oder fährt mit völlig durchgestreckten Armen, kann das Fahrrad zu groß sein.
Das Fahrrad lässt sich kontrolliert bewegen.
Dein Kind sollte selbstständig anfahren, lenken und bremsen können, ohne dass das Rad schwer oder unhandlich wirkt.
Was Eltern bei der Kinderfahrradgröße häufig falsch einschätzen
Das Alter reicht zur Auswahl
Das Alter ist nur eine grobe Orientierung. Körpergröße und Schrittlänge sind deutlich hilfreicher.
Größer ist besser, weil das Fahrrad länger passt.
Ein zu großes Fahrrad kann das Fahrenlernen erschweren und das Kind verunsichern.
Der Sattel muss möglichst hoch eingestellt sein.
Für Fahranfänger darf der Sattel zunächst etwas niedriger stehen, damit sie sich beim Anhalten sicher abstützen können. Wird dein Kind sicherer, kannst du die Höhe schrittweise anpassen. Ein einfacher Check ist die Fersenmethode: Setzt sich dein Kind auf den Sattel und stellt die Ferse auf das Pedal in der tiefsten Position, sollte das Bein nahezu gestreckt sein. Achte außerdem darauf, dass dein Kind entspannt sitzt, den Lenker mit leicht angewinkelten Armen erreicht und Bremshebel sowie Klingel bequem bedienen kann.
Was tun, wenn mein Kind zwischen zwei Größen liegt?
Das kommt häufig vor. Gerade bei Fahranfängern ist meist die besser kontrollierbare Größe die sinnvollere Wahl. Sicherheit und Selbstvertrauen sind wichtiger als ein möglichst großer Wachstumspuffer.
Wenn du unsicher bist, probiert am besten beide Größen aus. Achte darauf, wie leicht dein Kind aufsteigen, anfahren, lenken, bremsen und wieder absteigen kann.
Und genau hier kann Mieten praktisch sein: Passt die kleinere Größe aktuell noch besser, wird aber voraussichtlich nur noch einige Monate genutzt, musst du nicht vorschnell auf das größere Fahrrad wechseln. Bei StrollMe kannst du die passende Größe für diese Übergangszeit mieten und später entspannt auf die nächste Größe wechseln, die dein Kind länger nutzen kann.
So muss dein Kind nicht in ein zu großes Fahrrad hineinwachsen, nur damit sich die Anschaffung länger lohnt.
Beliebte Kinderfahrräder
Wann ist das Kinderfahrrad zu klein?
Ein Fahrrad ist nicht direkt zu klein, nur weil dein Kind ein Jahr älter geworden ist. Achte stattdessen auf die Sitzposition.
Typische Hinweise können sein:
- der Sattel ist bereits sehr weit herausgezogen
- die Knie sind beim Treten stark angewinkelt
- das Fahrrad wirkt insgesamt sichtbar zu klein
- Lenker und Sitzposition lassen sich nicht mehr sinnvoll anpassen
Bevor ihr direkt zur nächsten Zollgröße wechselt, lohnt es sich, zunächst zu prüfen, ob Sattel und Lenker noch angepasst werden können.
Fahrrad gefunden? Dann fehlt noch die richtige Ausstattung
Die passende Größe steht fest und das Kinderfahrrad ist gefunden? Dann lohnt sich noch ein kurzer Blick darauf, was beim Fahrrad bereits dabei ist und welches Zubehör ihr zusätzlich braucht.
Praktisch für den Alltag sind zum Beispiel Seitenständer und Schutzbleche. Mit einem Seitenständer kann dein Kind das Fahrrad selbstständig abstellen, während Schutzbleche bei Regen, Pfützen und matschigen Wegen Kleidung und Rücken vor Spritzwasser schützen.
Standardmäßig werden die Woom Kinderfahrräder ohne Seitenständer und Schutzbleche geliefert. Bei StrollMe könnt ihr das passende Zubehör jedoch ganz einfach zusätzlich zur Miete auswählen. So könnt ihr Seitenständer und Schutzbleche direkt mitmieten und das Fahrrad passend zu eurem Alltag ausstatten.
Zur Ausstattung gehören außerdem ein gut sitzender Fahrradhelm gehört genauso dazu wie eine Klingel und, je nachdem wo und wann dein Kind unterwegs ist, die passende Beleuchtung und Reflektoren. Auch ein Fahrradschloss wird spätestens dann praktisch, wenn das Rad mit zur Kita, zur Schule oder zum Spielplatz kommt.
So ist nicht nur die Fahrradgröße geklärt, sondern auch alles bereit für die ersten gemeinsamen Touren. Was dabei zur verkehrssicheren Ausstattung gehört und worauf du bei Bremsen, Gewicht und Zubehör achten solltest, erfährst du in unserem ausführlichen Ratgeber „Welches Kinderfahrrad passt zu meinem Kind?”